Mecklenburg-VorpommernSicherung von Hafenkran zieht sich – Bewohner müssen warten

Ein Ausleger des Rostocker "Hochzeitskrans" droht herabzustürzen. Doch der Wind macht der Sicherung des Krans einen Strich durch die Rechnung – mit Folgen für die evakuierten Anwohner.
Rostock (dpa/mv) - Für die Sicherung des einsturzgefährdeten historischen Krans am Rostocker Hafen sollen ab Montagmorgen die Spezial-Schwerlastkräne aufgebaut werden. Fachleute ermitteln derzeit die erforderlichen technischen Maßnahmen, den Einsatz geeigneter Kräne und die Größe des dafür notwendigen Absperrbereichs, wie die Stadt Rostock mitteilte. Die eigentlichen Sicherungsarbeiten am Ausleger könnten wegen der vorhergesagten Windverhältnisse erst am Mittwoch beginnen.
Den Angaben nach werde der Zustand des Krans weiterhin regelmäßig begutachtet. "Dazu finden dreimal täglich Drohnenflüge statt, um die Schäden an der Auslegerkonstruktion zu beobachten und zu dokumentieren", hieß es. So könnten mögliche Veränderungen frühzeitig erkannt und bei der Planung berücksichtigt werden. Es bestehe weiterhin die Gefahr, dass sich Teile der beschädigten Auslegerkonstruktion lösten und herabstürzten.
Anwohner können frühestens am 2. November zurück
Die Bewohnerinnen und Bewohner der 44 Wohnungen, die vorsorglich evakuiert wurden, können voraussichtlich frühestens am 2. November in ihr Zuhause zurückkehren – wenn die Sicherung abgeschlossen sei und keine Gefahr mehr bestehe. Die betroffenen Menschen seien anderweitig untergekommen. Die in einer Sporthalle vorsorglich eingerichtete Notunterkunft sei nicht in Anspruch genommen und inzwischen wieder geschlossen worden.
Der Großkran aus DDR-Zeiten ist ein industrielles Wahrzeichen auf dem Gelände der ehemaligen Neptunwerft in der Kröpeliner-Tor-Vorstadt. Der TÜV stellte nach Angaben der Feuerwehr einen Riss an einer Strebe fest. Diese Strebe drohe zu zerreißen, sagte am Freitag der Einsatzleiter der Berufsfeuerwehr, Ralf Gesk. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass der Kranausleger herunterfalle.
Der Schiffbaukran war 1976 auf dem Areal der traditionsreichen Neptunwerft errichtet worden. Das technische Denkmal wird seit dem vergangenen Jahr nach einer umfassenden Sanierung auch als Veranstaltungsort genutzt, unter anderem für Hochzeiten - als offizielle Außenstelle des Standesamtes.
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